Historische Daten
Um 23 v.Chr.:
histrorischer Beginn der Jiu-Jitsu-Kampfkunst. In der jap. Chronik Kojiki (s.d.) wurde berichtet, dass Tomaketsu Hayato, der beste Ringer der damaligen Zeit, in einem auf Befehl des Kaiser bestritenen Kampf von seinem Gegner Nomi no Sukune (der viele geheime Griffe beherrschte) besiegt wurde.

Um 550 n.Chr.: Bodhidharma (jap.: Daruma), der legendäre Vermittler und Verbreiter des Zen (chin.: Chan) von Indien nach China, und von dort weiter nach Japan, schuf während dieser Zeit viele Urformen heutiger asiatischer Kampfsysteme.

782-1123: Sumo- und Jiu-Jitsu-Schaukämpfe (Chikara-kurabe,s.d.) finden am Kaiserlichen Hof statt.

Im 11. Jahrh.: wird in dem Maniskript "Konjaku Monogatari" (Alte und neue Geschichten über Japan) der waffenlose Zweikampf erwähnt.

Um 1640: entwickelten die Kämpfer Terada, Funkuno und Ibaraki nach dem Hontai-Prinzip (Körperbeherrschung und Körperkontrolle) das Kito-ryo-Jiu-Jitsu (s.d.)

1659: der Chinese Genpin bzw. Chuen Yuan-pin (ausführlicher s.d.) soll in Edo eine Zweikampfschule eröffnet haben, aus der einige Jiu-Jitsu-Pioniere hervorgingen.

1868: Während der Meiji-Restauration (1868-1912) werden die feudalen Kriegskünste, u.a. auch das Jiu-Jitsu, verdrängt.

07.06.1876: Dr. Erwin von Bälz traf in Japan ein. Er übernahm das Lehramt an der med. Fachschule in Tokyo und begeisterte erneut die Studenten für das Jiu-Jitsu-Training.

1877: Jigoro Kano studierte an der Tenjin-Shinyo-Schule unter Fukuda Hachinosuke ein Jiu-Jitsu-System.

1878/79: Jigoro Kano (18-jährig) traf sich mit Dr. Bälz und erlernte auf sein Anraten verschieden Jiu-Jitsu-Systeme.

1881: Jigoro Kano erlernte das Jiu-Jitsu des Kito-ryo (Schule und Stilrichtung) unter Meister Tsunetoshi.

1882: Jigoro Kano gründete den Kodokan, fasste verschiedene Jiu-Jitsu-Systeme zusammen, verzichtete auf gefährliche Grifftechniken, gab seinem neuen Selbstverteidigungssport einen philosophischen Hintergrund und nannte sein neues System "Judo".

1895: Der berühmte englische Japan-Schriftsteller Lafcadio Hearn schrieb in seinem Buch "Out of the East" einen 60-seitigen Artikel über "Jiu-Jitsu".

10.06.1905: Dr. Bälz fuhr wieder nach Deutschland zurück und warb viele Mitglieder für Jiu-Jitsu und Judo.

1905-1906: Eröffnung der ersten Jiu-Jitsu-Schule in Deutschland (Berlin) durch den 21-jährigen Erich Rahn.

1906: Dr. Bälz schrieb ein langes Vorwort in dem ersten deutschsprachigen Fachbuch "Das Kano-Jiu-Jitsu (Jiudo)", von Hancock und Higashi.

1912: Erster Besuch von Prof. Jigoro Kano in der Schule von Erich Rahn in Berlin.

10.10.1922: Alfred Rhode traf sich mit 8 seiner Schüler in der Hauptwache in Frankfurt am Main, um den ersten Deutschen Jiu-Jitsu-Club zu gründen.

1922/23: Unter der Mitwirkung von Erich Rahn wurde 1922 der "Zentralverband Deutscher Jiu-Jitsu-Kämpfer" gegründet, der dann später in den "Reichsverband Deutscher Jiu-Jitsu-Käpfer" umgewandelt wurde.
Daran anschließend fand die "Erste Deutsche Jiu-Jitsu-Professional-Meisterschaft" im Berliner Sportpalast statt.

1929: Auf Initiative von Alfred Rhode wurden die ersten Internationalen Jiu-Jitsu-Wettkäpfe zwischen Deutschland und England in Frankfurt/M ausgetragen.

1930: Sohn Toku Erwin Bälz schrieb in seinem Buch "Erwin Bälz: Das Leben eines deutschen Arztes in erwachenden Japan" viele Passagen über Jiu-Jitsu.


Viele weitere wichtige Daten über die Entwicklung des Jiu-Jitsu / Ju-Jutsu und Judo in Deutschland von 1905 bis 1965 (und bis zur heutigen Zeit) entnehme man bitte dem Buch "Ju-Jutsu-Modern" des gleichen Verfassers.

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